
BRUSTENTZÜNDUNG (MASTITIS)
Wenn zu den Symptomen eines Milchstaus (also eine, oder mehrere empfindliche Stellen, Rötungen, Schwellungen, schmerzende Stellen) grippeartige Symptome und Fieber hinzukommen, wird es sich um eine Brustentzündung (Mastitis) handeln.
Grippeartige Symptome sind: Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Gliederschmerzen, Zerschlagenheit, Fieber von 38,4°C und mehr
Wenn man einen Milchstau sofort behandelt, kann man meist eine Brustentzündung verhindern. Ebenso sollte bei einer bereits vorhandenen Brustentzündung sofort gehandelt werden.
Bei einer Brustentzündung kommt es zum Anstieg des Natrium und Chloridgehaltes in der Muttermilch. Die Milch schmeckt salzig und manche Babys trinken sie widerwillig oder verweigern an der erkrankten Brust zu trinken.
Die Mutter könnte eventuell die Milch per Hand ausstreichen. Nach ein paar Tagen verliert dann die Milch ihren salzigen Geschmack und das Baby trinkt wieder normal.
Was kann man bei einer entzündeten Brust tun? TOP
Vor dem Stillen ca. 5 - 10 Minuten Wärme anwenden, sodaß die Milch schön zum Fließen kommt. Feuchtwarme Wickel, eine warme Dusche oder die Brust ins Waschbecken mit warmen Wasser tauchen. Wärme sollte aber nicht zu lange angewendet werden, damit sich die Entzündung nicht ausbreiten kann.
Das Baby soll gut angelegt sein. Weit offener Mund mit ausgestülpten Lippen. Das Baby soll viel vom Warzenhof erfassen können. Durch verschiedene Stillpositionen (abwechselnd im Wiegegriff, Rückengriff und im Liegen) kann die Brust optimal entleert werden.
Auf keinen Fall sollten Sie mit dem Stillen aufhören. Beginnen Sie mit der betroffenen Seite zuerst zu Stillen. Falls das Stillen auf der entzündeten Brust zu stark schmerzt, stillen Sie zuerst auf der gesunden Seite bis der Milchspendereflex ausgelöst wird und danach wechseln Sie zu der entzündeten Brust. Viel Stillen ist wichtig, damit die Brust nicht zu voll wird und um die Milch schön am Fließen zu erhalten.
Wenn man aufhören würde zu stillen, würde es zu einem Milchstau kommen. Die Brust wird schneller gesund, wenn sie immer wieder ausgetrunken wird.
Nach dem Stillen ist Kälte angenehm. Kühle Topfenwickel (Topfen nicht auf die Brustwarze streichen!) oder Tiefkühlerbsen in einem Plastiksackerl (mit einem Tuch zwischen Sackerl und Brust) lindern die Beschwerden.
Am besten legt man sich, sofern die Möglichkeit besteht, mit seinem Baby ins Bett. Ruhen Sie sich aus und lassen Sie den Haushalt liegen. Manchmal zeigt uns unser Körper mit zuviel Aktivitäten, zu viel Streß, daß er genug hat. Er reagiert dann eventuell auch mit Milchstaus und Brustentzündungen.
Eine homöopathische Behandlung durch einen erfahrenen Arzt kann ebenso sehr hilfreich sein.
Wenn Sie nach 24 Stunden noch immer Beschwerden und Fieber haben, sollten Sie unbedingt Kontakt zu einem erfahrenen Arzt aufnehmen.
Brustabszess TOP
"Ein Abszess ist eine lokalisierte Infektion (Eiterherd), die unter Umständen chirurgisch geöffnet und drainiert werden muß, damit der Eiter abfließen kann." [Zitat aus "Das Handbuch für die stillende Mutter" - LLL]
Solch ein Eingriff ist ambulant möglich. Man kann an der gesunden Brust weiterstillen und die Milch aus der erkrankten Brust muß man für kurze Zeit mit der Hand ausstreichen oder mit einer geeigneten Milchpumpe abpumpen. Eine leere Brust fördert den Heilungsprozess.
Wenn man aber bei einem Milchstau und / oder einer Brustentzündung sofort handelt, wird ein Brustabszess meist nicht entstehen.
Verstropfter Milchgang TOP
Ein Milchgang wird nicht richtig entleert und entzündet sich. Der Milchgang kann verstopft sein durch:
- Ein Milchbläßchen
- Eine verstopfte Milchpore
- Verstopfung durch Milch
- Verstopfung durch tote Zellen, die abgestoßen werden
Es treten Beschwerden wie bei einem Milchstau auf. Man behandelt einen verstopften Milchgang wie einen Milchstau (siehe Milchstau)
- Wärme vor dem Stillen
- Sanfte Massage der Brust
- Eventuell Kälte nach dem Stillen (Topfenwickel, Tiefkühlerbsen)
Manchmal kann man einen dicken, gelblichen Propfen abmassieren
Literaturhinweis:
- VELB - Ausbildungsunterlagen
- Das Handbuch für die stillende Mutter - La Leche Liga
- Stillen - Martha Guoth-Gumberger, Elizabeth Hormann